Blumen-Geschichten: 6 wahre Momente, in denen Blumen Geschichte schrieben

Auf dieser Seite
  1. Blumen-Geschichten: 6 wahre Momente, in denen Blumen Geschichte schrieben
  2. 1637: Als eine Tulpe mehr kostete als ein Haus
  3. 1888: Van Goghs Sonnenblumen für einen Freund
  4. 1908: 500 Nelken und der erste Muttertag
  5. 1915: Mohn auf den Feldern von Flandern
  6. 1967: Eine Nelke im Gewehrlauf vor dem Pentagon
  7. 1974: Celeste Caeiro und die Nelkenrevolution
  8. Und deine Blumen-Geschichte?

Blumen-Geschichten: 6 wahre Momente, in denen Blumen Geschichte schrieben

Eine Kellnerin mit Nelken im Arm. Ein Arzt, der zwischen frischen Gräbern Mohn blühen sah. Eine Tochter, die 500 Nelken verteilte und ihren eigenen Feiertag später bekämpfte. Alle sechs Geschichten auf dieser Seite sind belegt, die Quelle steht jeweils dabei.

Aktualisiert im September 2026. Blumen tauchen in der Geschichte öfter auf, als man denkt: als Spekulationsobjekt, als Willkommensgruß unter Malern, als stiller Protest. Hier sind sechs Momente in zeitlicher Reihenfolge. Unter jeder Geschichte steht, was sie dir fürs eigene Blumenschenken mitgeben kann.

1637: Als eine Tulpe mehr kostete als ein Haus

Im Winter 1636/37 handelten Niederländer mit Tulpenzwiebeln wie mit Wertpapieren. Am begehrtesten war die rot-weiß geflammte Semper Augustus: Für drei Zwiebeln sind aus dem Jahr 1637 Preise von 30.000 Gulden überliefert. Ein durchschnittliches Jahreseinkommen lag damals bei etwa 150 Gulden, die teuersten Häuser an Amsterdamer Grachten kosteten rund 10.000 Gulden (Wikipedia: Tulpenmanie).

Am 5. Februar 1637 fand sich in Haarlem für keine Tulpe mehr ein Käufer zum erwarteten Preis, und der Markt brach ein. Das Kuriose daran: Die begehrte Flammung stammte von einem Virus, den Blattläuse übertragen. Entdeckt wurde er erst 1924. Wie groß der Schaden wirklich war und warum Historiker heute gelassener urteilen, steht in unserem Beitrag zur Tulpenmanie.

Was du daraus mitnimmst: Einen Tulpenstrauß bekommst du im Frühling heute schon für wenig Geld. Welche Farbe was sagt, erfährst du bei Tulpen Bedeutung.

1888: Van Goghs Sonnenblumen für einen Freund

Im August 1888 wartete Vincent van Gogh in Arles auf seinen Malerkollegen Paul Gauguin. Er hoffte auf eine Künstlerkolonie in der Provence und wollte das gemeinsame Atelier mit Bildern ausstatten. Seinem Bruder Theo schrieb er, es sollten große Sonnenblumen werden. Bis Januar 1889 entstanden sieben Sonnenblumen-Gemälde (Wikipedia: Sonnenblumen (van Gogh)).

Die Bilder haben seitdem ihre eigene Geschichte. Eine Fassung verbrannte im Zweiten Weltkrieg im japanischen Ashiya. Eine andere ersteigerte 1987 Yasuo Gotō von der japanischen Versicherung Yasuda bei Christie’s in London für 24,75 Millionen Pfund, damals ein Rekordpreis. Die Fassung mit zwölf Sonnenblumen gehört seit 1912 der Neuen Pinakothek in München.

Was du daraus mitnimmst: Van Gogh wollte mit Sonnenblumen einen Freund willkommen heißen. Für jemanden, auf den du dich freust, oder zum Einzug passen sie bis heute. Mehr dazu: Sonnenblumen Bedeutung.

1908: 500 Nelken und der erste Muttertag

Anna Jarvis wollte an ihre Mutter erinnern, die 1905 gestorben war. Am dritten Todestag, im Jahr 1908, beging die Methodistenkirche in Grafton (West Virginia) den ersten offiziellen Muttertag. Nach der Predigt verteilte Anna Jarvis 500 weiße und rote Nelken, die Lieblingsblumen ihrer Mutter: rote für die lebenden Mütter, weiße für die verstorbenen. 1914 wurde der Muttertag in den USA landesweit anerkannt (Wikipedia: Anna Marie Jarvis).

Glücklich wurde Jarvis damit nicht. Sie kämpfte später gegen den Feiertag, den sie selbst angestoßen hatte, und steckte zusammen mit ihrer Schwester das gesamte Familienerbe in diesen Kampf. Beide starben in Armut. Ihr Nachruf in der New York Times nennt einen Grund für ihre Verbitterung: Zu viele Leute schickten ihren Müttern Grußkarten. Die hielt sie für eine schlechte Ausrede für den Brief, den man zu faul zum Schreiben ist.

Was du daraus mitnimmst: Blumen zum Muttertag sind schön. Ein paar handgeschriebene Zeilen dazu hätten Anna Jarvis vermutlich mehr gefreut als jede fertige Karte. Tipps für den Versand: Blumen zum Muttertag verschicken.

1915: Mohn auf den Feldern von Flandern

Am 2. Mai 1915 starb bei Ypern der 22-jährige Leutnant Alexis Helmer. Sein Freund John McCrae, kanadischer Mediziner und Sanitätsoffizier, schrieb am nächsten Tag das Gedicht „In Flanders Fields“ über den Mohn, der zwischen den Grabkreuzen blüht. Laut mehreren Quellen warf McCrae den Text zunächst weg. Am 8. Dezember 1915 druckte ihn das britische Magazin Punch (Wikipedia: In Flanders Fields).

1918 begann die amerikanische Lehrerin Moina Michael, angeregt durch das Gedicht, für rote Mohnblumen als Zeichen des Gedenkens zu werben (Wikipedia: Moina Michael). 1920 übernahm die American Legion den Mohn als Symbol, danach Veteranenverbände im britischen Empire. In Großbritannien verkauft die Royal British Legion bis heute in den Wochen vor dem Remembrance Day Mohnblumen aus Papier zum Anstecken (Wikipedia: Remembrance Poppy).

Was du daraus mitnimmst: Blumen können trösten und erinnern, ganz ohne Worte. Wenn du Blumen für einen Abschied aussuchst, hilft dir unser Ratgeber Blumen zur Beerdigung.

1967: Eine Nelke im Gewehrlauf vor dem Pentagon

Am 21. Oktober 1967 zogen Gegner des Vietnamkriegs zum Pentagon. Der Fotograf Bernie Boston hielt fest, wie ein junger Demonstrant eine Nelke in den Lauf eines Gewehrs steckte, das ein Militärpolizist hielt. Meist wird der Mann als George Harris identifiziert, damals ein 18-jähriger Schauspieler aus New York. Das Foto „Flower Power“ wurde für den Pulitzer-Preis nominiert (Wikipedia: Flower Power (photograph), englisch). Am selben Tag entstand ein ähnliches Bild von Marc Riboud.

Was du daraus mitnimmst: Nelken haben einen etwas altmodischen Ruf, dabei steckt viel Geschichte in ihnen. Was sie heute bedeuten: Nelken Bedeutung.

1974: Celeste Caeiro und die Nelkenrevolution

Am 25. April 1974 stürzte in Portugal die Bewegung der Streitkräfte die seit Jahrzehnten herrschende Diktatur. In Lissabon arbeitete Celeste Caeiro in einem Schnellrestaurant, das an diesem Tag seine Eröffnung vor einem Jahr feiern wollte. Ihr Chef hatte dafür Nelken gekauft. Wegen der Soldaten auf den Straßen fiel das Fest aus, und Caeiro nahm die Blumen mit (Wikipedia: Celeste Caeiro).

Auf dem Heimweg bat sie ein Soldat um eine Zigarette. Stattdessen schenkte sie ihm eine Nelke, und er steckte sie in den Lauf seines Gewehrs. Seine Kameraden machten es ihm nach. Die roten Nelken gaben dem Umsturz seinen Namen (Wikipedia: Nelkenrevolution). Celeste Caeiro erzählte ihre Geschichte später als Zeitzeugin, auch in Schulklassen. Sie starb im November 2024 mit 91 Jahren.

Was du daraus mitnimmst: Eine einzelne Blume zur richtigen Zeit kann mehr ausrichten als ein großer Strauß. Warum kleine Gesten ohne Anlass so gut ankommen: Blumen einfach so.


Und deine Blumen-Geschichte?

Die meisten Blumen-Geschichten landen nie in einem Geschichtsbuch. Der Strauß nach einem Streit, die Tulpen am ersten warmen Frühlingstag, die Rose, die jemand jahrelang in einem Buch aufhebt: Solche Momente entstehen im Alltag. Wenn dir gerade jemand einfällt, dem du so einen Moment schenken willst, findest du im Anbieter-Vergleich den passenden Blumenversand. Und falls die Blumen später ein Andenken werden sollen: So presst du Blumen richtig.


Weiterlesen im Bereich Lifestyle

Nach oben scrollen
Mehr als 100 Ratgeber

Was möchtest du wissen?