Zuletzt aktualisiert: März 2026
Die unschöne Wahrheit über den schönen Blumenstrauß: Ein großer Teil der Schnittblumen wird mit dem Flugzeug aus Ländern wie Kenia, Ecuador oder Kolumbien eingeflogen. Oft sind hoher Pestizideinsatz, extrem hoher Wasserverbrauch und schlechte Arbeitsbedingungen die Kehrseite der Pracht. Aber es geht auch anders: Nachhaltige Blumen liegen voll im Trend.
1. Auf Zertifikate achten (Fairtrade, MPS)
Wenn Blumen importiert werden müssen (z.B. Rosen im tiefsten deutschen Winter), achte auf Zertifikate bei deinem Blumenversand-Anbieter:
- Fairtrade: Garantiert bessere Arbeitsbedingungen in Afrika und Südamerika, faire Löhne und eine Prämie für soziale Projekte vor Ort (z.B. bei Blume2000 stark vertreten).
- MPS-Zertifikat (More Profitable Sustainability): Bewertet Blumenproduzenten weltweit nach Umwelteinflüssen, Pflanzenschutz, Dünger und Energieverbrauch (MPS-A ist die Bestnote).
- Bio-Siegel (z.B. Naturland, Bioland): Keine chemisch-synthetischen Pestizide oder mineralischen Dünger.
2. Saisonal und Regional kaufen (Slowflower)
Der einfachste Weg zu mehr Nachhaltigkeit: Kauf das, was gerade in deiner Nähe wächst (Die „Slowflower“ Bewegung).
- Frühling: Tulpen, Ranunkeln, Narzissen (oft Freilandware aus DACH oder NL).
- Sommer: Sonnenblumen, Kornblumen, Dahlien, Gladiolen (direkt vom Blumenfeld zum Selberpflücken um die Ecke).
- Herbst: Chrysanthemen, Astern, Hagebuttenzweige.
- Winter: Tannengrün, Ilex (Stechpalme), Amaryllis (im Topf), oder der völlige Verzicht auf frische Blumen und Nutzung von Alternativen.
3. Trockenblumen: Ein Strauß für die Ewigkeit
Der CO2-Abdruck schmilzt enorm zusammen, wenn du Blumen hast, die du nicht nach einer Woche wegwirfst. Trockenblumen (z.B. Pampasgras, getrockneter Eukalyptus, Strohblumen) halten monate- oder sogar jahrelang. Alternativ: Blumen selbst trocknen.
4. Topfpflanzen statt Schnittblumen
Schnittblumen sind wunderschön, aber letztlich ein Einweg-Produkt. Eine Orchidee, ein Gummibaum oder ein Hibiskus wachsen jahrelang weiter, reinigen die Zimmerluft und verursachen keinen ständigen Transport-Aufwand.
Top nachhaltige Anbieter im Check
Viele der großen deutschen Versandhändler haben reagiert:
- Fleurop: Kurze Wege, weil ohnehin der Florist in der Stadt des Empfängers den Strauß bindet und ausliefert (oft sogar per Lastenrad!). CO2-Ausgleich wird oft projektiert. (Zu Fleurop)
- Blume2000: Sehr großes Sortiment an echten Fairtrade-Rosen und vielen saisonalen Angeboten. Sehr transparente Kommunikation zur Herkunft.
Fazit: Muss man auf Winter-Rosen verzichten?
Du musst nicht päpstlicher sein als der Papst, aber Bewusstsein schafft Wandel. Eine Fairtrade-Rose aus Ostafrika, die mit Sonnenlicht gezogen wurde, hat oft sogar eine *bessere* CO2-Bilanz als eine Rose, die im Januar in einem beheizten Treibhaus in Europa hochgezogen wurde. Der nachhaltigste Strauß überhaupt ist aber immer der Bund saisonaler Wiesenblumen von der Gärtnerei um die Ecke.
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